An diesem Montagmorgen öffnete die Kirche zu einer ungewöhnlichen Zeit ihre Türen. Wunderschöne Klaviermusik begrüsste die ankommenden Glaubensgeschwister. Zum Tag der Begegnung fand um 7.30 Uhr eine Morgenandacht mit unserem Bischof Ruedi Fässler statt. Über 20 Personen aus den umliegenden Gemeinden fanden sich ein.
Der Bischof freute sich über die Anwesenheit der Glaubensgeschwister und erläuterte, was eine Morgendacht bewirken kann:
- Eine bewusste Zuwendung zu Gott, um mit ihm in den Tag zu gehen.
- Sich Gedanken zu machen, was wir mit Gott heute persönlich erleben wollen.
- Auswählen, welche Erlebnisse mit Gott wir unseren Mitmenschen schenken wollen.
Er betonte, dass jeder Mensch für sich am Morgen eine solche Andacht abhalten kann. Dazu braucht es keinen offiziellen Rahmen.
Eine Wanderung als Bild des Lebens
Für das tägliche Leben nutzte der Bischof das Bild einer Familie, die auf einer Wanderung unterwegs ist. Egal, ob Gross oder Klein, jede Person geht den Weg für sich selbst und dennoch passen die Familienmitglieder aufeinander auf. Der Vater trägt vielleicht ein Kind, dessen Beine müde geworden sind oder die Mutter fordert die Familie auf, das Trinken nicht zu vergessen. Entscheidend dabei ist, dass jeder die Verantwortung für sich selbst übernimmt, aber auch, wie das Beispiel zeigt, Mitverantwortung für die mitwandernden Personen. So wie der Vater die Mitverantwortung für das Kind übernimmt, dessen Beine müde geworden sind.
Den Weg gehen, wie er ist
Ruedi Fässler erwähnte, dass der Weg, den wir gehen, nicht der Weg aller Menschen ist. Wir haben uns für diesen Weg entschieden – machen wir ihn auch fest. Gott zwingt niemanden dazu. Das Festmachen ist unsere ganz persönliche Entscheidung.
Ab und an ist es anstrengend, den vorgegebenen Wanderweg zu gehen. Man könnte versucht sein, den Wanderweg nach eigenem Gutdünken anzupassen in der Hoffnung, dass es nachher etwas einfacher wird. Der Wanderweg soll jedoch ans Ziel führen und der Bischoff empfiehlt, den Weg unbeirrt zu gehen, um nicht unnötig Energie zu verlieren.
Eine Rast einlegen
Auf einer Wanderung braucht es auch Pausen, um wieder zu Kräften zu kommen, bevor man in den nächsten Aufstieg hinein geht.
Die Gottesdienste sind wunderbare Raststätten. Gottes Wort bewusst aufgenommen, gibt Kraft für die nächste steile Strecke im Leben.
Mit Jesu zusammen das Ziel erreichen
Unser Bischof rundete die Andacht ab mit den Worten: "Wir haben bereits viele Etappen miteinander gemeistert. Dank der Hilfe Gottes stehen wir da, wo wir sind. Wir sind nicht ziellos, nicht planlos unterwegs. Unser Ziel ist klar, unser Ziel ist erreichbar. Und mit Jesus in der Mitte werden wir es auch erreichen."
Mit einem stärkenden Gebet ging diese berührende Andacht um 8 Uhr zu Ende.