Wädenswil

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Routenplaner

Gottesdienste
Sonntag 9.30 Uhr
Donnerstag 20.00 Uhr

Brot – Weinstock, Weg – Tür, Licht – Leben, guter Hirte, Auferstehung – Wahrheit!

01.04.2021

Die «Ich bin Worte von Jesus Christus» aus dem Johannes-Evangelium waren Grundlage für den diesjährigen Wädenswiler Kreuzweg. Gut 40 Personen folgten dem Kreuz, das von Station zu Station von unterschiedlichen Personen getragen wurde. Geistliche der methodistischen, neuapostolischen, reformierten, katholischen Kirche und der Pfingstgemeinde führten die Ich bin Worte für die Zuhörenden aus.

Die Rosenbergkapelle der evangelisch-methodistischen Kirche war Startpunkt und erste Station des Kreuzwegs. Zwei Personen trugen das Kreuz und richteten es auf. Pfarrer Peter Gumbal begrüsste die Anwesenden aus den verschiedenen Kirchengemeinden und bat um die Einhaltung der notwendigen Corona-Massnahmen.

Wir gehen gemeinsam den Kreuzweg im Gedenken an Jesus Christus

Station 1

«ICH BIN DAS BROT DES LEBENS. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.» Johannes 6,35

Pfarrer Gumbal wies darauf hin, dass Jesus das Brot ist. Dies zeige sich besonders, als er beim letzten Mahl mit den Jüngern am Gründonnerstag das Brot mit ihnen gebrochen und es ihnen gereicht habe mit den Worten: „Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“

Auch in unserer Zeit dürfen wir uns beim Abendmahl (Eucharistie) an die Liebe Gottes zu uns Menschen erinnern. Pfarrer Gumbal rief die Anwesenden auf: «Mögen wir von dem Brot, welches wir täglich empfangen, teilen, damit viele Menschen auf unserer Erde satt werden.»

Nach dem Flötenspiel «Kyrie eleison - Herr erbarme dich», einem Moment der Stille und einem gemeinsamen Gebet, das das Teilen des Brotes und die Hoffnung ins Zentrum nahm, zog die Gruppe hinter dem Kreuz her zur nächsten Station.

Station 2

«ICH BIN DAS LICHT DER WELT. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» Johannes 8,12

Nachdem das Kreuz am Glettiseplatz mitten im alltäglichen Treiben der Ostereinkäufe aufgerichtet worden war, führte Priester Lothar Schroeder von der neuapostolischen Kirche, die das erste Mal am Kreuzweg teilnahm, seine Gedanken aus.

Er verknüpfte das Ich bin Wort mit dem Psalm 112 im Alten Testament: Wer mir nachfolgt, dem geht das Licht auf in der Finsternis! und zeigte dadurch, dass bereits in alter Zeit auf das göttliche Wesen Jesus Christus hingewiesen wurde. Priester Schroeder zeigte auf, dass Jesus für jeden Menschen «DA» sei - ein Licht in der Finsternis sein möchte, auch in Krisen des Lebens und den aktuellen Herausforderungen, wie der Pandemie!

Während dem Flötenspiel «Kyrie eleison» wurden die Anwesenden still und verbanden sich im gemeinsamen Gebet. Dieses hob besonders die Liebe und die daraus resultierende Hilfe Jesus zu uns Menschen hervor.

Station 3

«ICH BIN DIE TÜR; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein und aus gehen und eine Weide finden.» Johannes 10,9

Durch die Unterführung ging die Gruppe weiter zum Bahnhofsplatz. Dort wurde das Kreuz aufgerichtet. Der Werbespruch im Hintergrund erhielt damit eine ganz neue Bedeutung «365 Tage von früh bis spät».

Pfarrerin Undine Gellner von der reformierten Kirche stellte die offene Tür ins Zentrum ihrer Gedanken und die Freiheit der Menschen zu entscheiden, ob sie hineingehen möchten oder auch wieder hinaus.

Sie führte aus, dass es bei Jesus keinen Zwang und kein Eingesperrt sein gibt. Wenn der Mensch eintritt, ist er gerettet, wenn er es selbst zulassen kann. Sie gab den Kreuzgängern mit, dass sie bei Jesus geborgen, auch ihre Türen öffnen und die Mitmenschen hereinbitten können. Nach dem «Herr erbarme dich» wurde im Gebet besonders der Menschen gedacht, die übersehen und ausgegrenzt werden.

Station 4

«ICH BIN DER WEINSTOCK, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» Johannes 15,5

Das Kreuz wurde im Rosenmattpark aufgerichtet, inmitten der erwachenden Natur.

Pfarrerin Undine Gellner stellte die Schöpfung Gottes in die Mitte. Dort habe alles seinen Platz und sei voneinander abhängig und könne nicht ohne das andere existieren. Am Weinstock werde dies sichtbar. Sie erläuterte: «Dank der Kraft aus Wurzel und Stock kann die Rebe reifen, sich mit Saft füllen und Süsse entwickeln – und zur Freude werden für die Gemeinschaft. Die Verwurzelung in Jesus hilft, ebenfalls zur Freude zu werden für andere.»

Im Anschluss an die «Kyrie eleison» wurde im Gebet besonders aller leidenden Kreaturen gedacht.

Station 5

«ICH BIN DER WEG UND DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN; niemand kommt zum Vater denn durch mich.» Johannes 14,6

Das Kreuz fand seinen Platz inmitten der einkaufenden Menschen vor einem Geschäft. Diakon Felix Zgraggen aus der katholischen Kirche beschäftigte sich in seinen Ausführungen mit der Bedeutung von Weg und Wahrheit. Einen Weg könnten sich viele Menschen vorstellen, schwerer werde es mit der Wahrheit, diese umzusetzen und die damit verbundenen Werte zu leben. Das Leben in Gott lasse sich nicht kleinreden, führte Diakon Zgraggen aus. Es zeige sich kraftvoll durch alle Krankheiten oder Behinderungen hindurch.

Im Gebet nach dem «Herr erbarme dich», wurde hervorgehoben, dass der Weg mit Jesus durch das Leiden, durch den Tod hindurch zum Leben in Gott führt.

Station 6

«Jesus trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heisst Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König .» Johannes 19,17-19

Das Kreuz wird ein letztes Mal beim Auerehuus aufgerichtet. Pastor Oliver Affolter von der Pfingstgemeinde beleuchtete im Kontext der verbleibenden Ich bin Worte die Kreuzigung Jesus Christus. Besonders hob er hervor, dass Jesus sein Kreuz selbst getragen, sich das freiwillig gewählt und damit Verantwortung übernommen habe.

Jesus Kreuz in der Mitte der Verbrecher symbolisiert, so Pastor Affolter, das Leben und Sterben Jesus in der Mitte der Menschheit. Er starb, um die Menschen mit Gott zu versöhnen. Er gab sein Leben in den Tod, damit alle Menschen mit Gott versöhnt werden und durch den Glauben an ihn ewiges Leben empfangen und haben. Mit den Worten: «Wer an Jesus glaubt, für den ist Jesus nicht nur der Erlöser, sondern auch der Herr und König aller Menschen!», liess Pastor Affolter seine Gedanken ausklingen.

Mit diesen Ausführungen wird der Bezug hergestellt zum Wort: ICH BIN DER GUTE HIRTE. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Johannes 10,11

Im abschliessenden Gebet brachten die Gläubigen dann auch gemeinsam den Wunsch vor Gott, dass sie den Glauben behalten können und lernen Verantwortung dafür zu übernehmen.

Das Fastenmahl

Im gemeinsamen Fastenmahl bei Brot und Wasser und einigen «Tropfen» Traubensaft wirkten die Worte nach und bereiteten die Herzen und Seelen für den Karfreitag und das Ostergeschehen «ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.» Johannes 11,25, vor.