Wädenswil

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Gottesdienste
Sonntag 9.30 Uhr
Donnerstag 20.00 Uhr

Der Herr ist treu und er stärkt uns

16.03.2025

Am Sonntag, 16. März 2025, kehrte Apostel Reto Keller am Zürichsee in der Gemeinde Wädenswil ein. Die Nachbargemeinde Lachen SZ war dazu eingeladen. Es erfüllte sich, was im Eingangslied «O seliger Sonntag, du Tag meines Herrn» gemeinsam gesungen wurde: «Lob, Ehr, Dank, Ruhm, Preis sei gebracht!»

Als Grundlage für den Gottesdienst mit mehreren Amts- und Segenshandlungen diente das Bibelwort aus 2. Thessalonicher 3, 3: «Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.»

 

Wir kommen mit Ehrfurcht und Respekt vor den Herrn

Wie im Chorlied «Ich komme vor dein Angesicht…» zum Ausdruck kam, dürfen wir uns Gott nahen, vor sein Angesicht kommen und zu ihm aufschauen. Wir tun dies ohne Angst, aber in demütiger Ehrfurcht und in grossem Respekt vor Gottes Allmacht, Grösse und Liebe.

 

Gott ist treu

Diese Zusage gilt für alle Gläubigen und im Besonderen für den in den Ruhestand tretenden Gemeindevorsteher und seine Gattin, die heute auch Rubinhochzeit feiern. Ein wunderbares Versprechen des Herrn an uns alle! Sie zeigt die Nähe und die Fürsorge, die er zu uns Menschen hat. Und es erfüllt sich das Versprechen Jesu, wonach er alle Tage bei uns ist, bis an das Ende der Welt (siehe Matthäus 28, 20). Wir dürfen Gott beim Wort nehmen. Er hält seine Zusagen gewiss und Gottes Güte, Treue und Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu (siehe Klagelieder 3, 23). Wenn Treue Spass macht, dann ist es Liebe! Das ist viel mehr als nur die Erfüllung einer vielleicht sogar lästig gewordenen Pflicht. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Liebe zu Gott haben wir das Bedürfnis, ihm und seinem Erlösungswerk treu zu sein. Gott ist auch uns treu! Warum? Weil er es uns in Liebe versprochen hat und er alle seine Versprechen hält!

 

Gott stärkt uns

Gott ist uns nahe und stärkt uns, wenn wir dies zulassen. Er stärkt unseren Glauben, unsere Geduld und Tragkraft, unsere Persönlichkeit, unser Vertrauen, unseren Mut und unsere Zuversicht. Er stärkt uns auch in den schweren Stunden unseres Lebens und in der Vorfreude auf die verheissene Zukunft. Es ist schön, wenn wir uns im gegenseitigen Respekt und in liebevoller Fürsorge auch gegenseitig stärken. So fühlt sich niemand wichtiger als das andere. Ein wichtiger Schlüssel zum Frieden in den Beziehungen und in der Gemeinde. Der Herr fördert unsere Stärken und Gaben und hilft uns in unserer Schwachheit. Im Chorlied heisst es: «Ich bin zu schwach, aus eigener Kraft zu siegen über Leidenschaft». Dies gelingt durch unsere Busse, Gottes Kraft und das Opfer Jesu. Gott stärkt uns durch seine starke Hand und seine guten Gedanken. Er stärkt uns, indem wir mit ihm im Gebet ganz frei reden und auch hören dürfen sowie durch den Dienst seiner Engel. Manchmal bedient er sich auch Menschen, die in seinem Auftrag Stärkung bringen. Vielleicht erhalten auch wir aus einem Impuls des Heiligen Geistes einmal einen solchen Auftrag zur Stärkung anderer und können so eine Hilfe sein. Gott stärkt uns vor allem auch durch sein Wort, seine Gnade, seine Sakramente und seinen Segen im Gottesdienst.  

 

Gott bewahrt uns vor dem Bösen

Wir haben alle schon belastende Situationen erleben müssen, und viele von uns haben unglaublich zu kämpfen und zu leiden. Manchmal verstehen wir nicht, dass der Herr dies geschehen lässt und erleben diese Situationen als böse. Unser himmlischer Vater hilft uns, er bewahrt uns, aber er lässt wie bei allen Menschen Anfechtungen zu. Dennoch ist er treu und gerade in schweren Zeiten ist die Treue, Nähe und Stärkung Gottes so tröstlich. Was ist nun aber wirklich böse? Böse ist all das, was uns von der Liebe Gottes trennt. Wenn unser Verhältnis zu Gott getrübt wird und unsere Seele Schaden nimmt, dann wird es wirklich böse! Und darin bewahrt uns Gott mit seiner ganzen Kraft, wenn wir das wollen. Wir beten es im «Unser Vater»: Erlöse uns von dem Bösen! Darauf können wir bauen, denn es heisst weiter: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Für Gott ist nichts unmöglich. Er lässt Kräfte an uns wirken, die nur ihm gegeben sind wie die Verwandlungskraft, Vollendungskraft oder Auferstehungskraft.

Der Apostel schliesst seinen Predigtteil mit einem letzten Gedanken: «Es ist etwas Besonderes, dass wir einen Gott haben, dem wir uns nahen dürfen. Er ist kein fremder, unnahbarer Gott. Wir können ihm alles anvertrauen, ihn sogar Vater nennen und ihn darum bitten, dass er uns in seiner Liebe an der Hand nimmt.»

 

Freude und Dankbarkeit

In seinem Predigtbeitrag sprach der in den Ruhestand tretende Vorsteher über seine Gefühle, die sein Herz durchziehen. Das grösste Gefühl sei die Freude. Es sei ein spezieller Moment. Zum einen könne er mit seiner Gattin ein Jubiläum feiern und zum anderen trete er in den Ruhestand. Er spüre auch eine ganz grosse Dankbarkeit. Er sei so dankbar, dass er den lieben Gott erleben durfte. Auch in schwierigen Momenten war der Herr da und half. Er schliesst mit der Erinnerung, als er vor vielen Jahren für das Priesteramt befragt wurde. Es sei wunderbar gewesen, dass er und seine Frau aneinander geglaubt haben. Er habe damals gesagt: «Meine Frau wird mich tragen, sie schafft das. Aber ob ich es schaffe, ein guter Priester zu sein?» Und seine Frau antwortete bei der Befragung: «Mein Mann wird ein guter Priester werden, da bin ich überzeugt. Aber ob ich es schaffe, ihn wirklich gut zu unterstützen?» Meine Frau glaubt heute noch an mich und ich glaube auch heute noch an sie! Und der liebe Gott, der glaubt an uns!»

 

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls folgte die Ruhesetzung des Evangelisten und bisherigen Vorstehers Urs Weber. Danach konnte der Apostel der Gemeinde zwei Gaben schenken. Er ordinierte einen Priester für die Gemeinde Wädenswil und beauftragte den Evangelisten und Bezirksvorsteherstellvertreter Roland Studer zum neuen Vorsteher. Danach spendete der Apostel dem nun im Ruhestand befindlichen Vorsteher und seiner Gattin den Segen zur Rubinhochzeit.